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Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Schließen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, so lange Sie noch jung und gesund sind: Sicherlich, die Beiträge sind relativ hoch. Sie können aber erst einmal eine niedrige Rente vereinbaren und diese z.B. über eine vereinbarte Dynamik anwachsen lassen. Es gibt auch Tarife, die es einen ermöglichen, 5 Jahre lang nach Vertragsabschluss (z.B. Alte Leipziger, Volkswohl Bund) die Rente noch einmsal zu erhöhen. Nachversicherungsgarantien gibt es auch noch. Hier ist die Erhöhung jedoch an ein Ereignis gebunden (z.B. abgeschlossenes Hochschulstudium). Aufgrund der Bindung an ein Ereignis muss die Erhöhung zeitnah nach Eintritt des Ereignisses stattfinden. In der Realität wird diese Erhöhungsmöglichkeit daher recht selten eingelöst. Ein früher Abschluss eine BU-Versicherung ist elementar. Sobald Sie mal irgendein Wehwehchen haben wird es mit einem normalen Abschluss schwierig bis unmöglich.

Schließen Sie bevorzugt eine selbständige BU-Versicherung ab; eine BUZ (Berufsunfähigkeitszusatzversicherung) ist nur sehr selten die bessere Wahl: Es ist sinnvoll Risikoschutz und Kapitalanlage getrennt abzuschließen. Zum einen kann man sich jeweils das tatsächlich passende Produkt aussuchen und zum anderen ist bei einer BUZ der Berufsschutz auch weg, wenn der Lebensversicherungsvertrag mal gekündigt wird. Man ist dann nicht mehr ganz jung und ggf. nicht mehr 100% gesund und die Folge ist, man erhält keinen vollständigen Berufsschutz mehr. Wenn`s dumm läuft sogar überhaupt keinen mehr. In manchen Fällen kann eine BUZ aus Risikolebensversicherung und BU-Versicherung eine interessante Variante sein. Lassen Sie sich diesbezüglich unbedingt umfangreich beraten.

Wer eine BU-Versicherung hat, braucht keine Unfallpolice mehr: Der wichtige Bestandteil einer Unfallversicherung ist die Leistung bei Invalidität nach einem Unfall. In diesem Fall leiste die BU-Versicherung auch. Und das nicht nur nach einem Unfall, sondern auch bei Berufsunfähigkeit aufgrund einer Krankheit.

Passen Sie auf, wenn Ihnen jemand eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung empfiehlt, weil Sie einen Beruf mit geringen Risiko haben und daher eine BU-Versicherung zu teuer und unnötig wäre: Es ist immer wieder der gleiche Gedanke – bei meinem Beruf müsste ich ja soooo krank sein, dass ich den nicht mehr ausüben kann, ich sitze ja nur im Büro, da reicht doch eine Erwerbsunfähigkeit-Versicherung, die erst bei voller Invalidität leistet. Total falsch gedacht! Erwerbsunfähigkeits-Renten werden kaum gezahlt, weil dieser Fall kaum eintritt. BU-Rente werden weit mehr gezahlt, weil dieser Fall recht häufig eintritt. Auch Bürotätige werden berufsunfähig. Großes Problem sind Rückenschäden (hier auch häufig eine temporäre Berufsunfähigkeit, heißt, Sie können nach 1 oder 2 Jahren wieder arbeiten) oder auch psychische Belastungen. Denken Sie nicht, Ihnen kann das nicht passieren. Schließen Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht nur für den Fall ab, dass Sie nie mehr wieder arbeiten können. Auch bei einen Arbeitsausfall von einigen Jahren benötigen Sie eine Absicherung. Wenn Ihr Einkommen für die Familie elementar ist, ist der Abschluss einer BU-Versicherung auch elementar!

Füllen Sie die Gesundheitsfragen bei Versicherungsanträgen stets ehrlich und umfangreich aus: Es ist kein Spaß, wenn man eine Leistung benötigt und diese dann nicht erhält. Ein Berater, der Ihnen anratet, Krankheiten nicht anzugeben, weil nach 5 Jahren der Versicherer nichts mehr machen könnte und leisten müsste, kann nicht seriös sein. Wechseln Sie in diesem Fall zwingend den Berater. Dieser gibt Ihnen nämlich nur den Tipp, damit es sicher mit der Antragsannahme klappt und er dann auch die Provision kassieren kann. Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen den gewünschten Versicherungsschutz tatsächlich nicht erhalten, dann lassen Sie sich beraten, wie Sie die bereits eingeplanten Beiträge gut anlegen können.

Beim Abschluss einer BU-Versicherung werden Sie je nach Ihrem Beruf einer bestimmten Risikogruppe zugeordnet: Berufe mit geringem Risiko werden der Berufsgruppe 1 oder A zugeordnet (z.B. Anwälte, Steuerberater), Berufe mit hohem Risiko einer höheren Berufsgruppe (z.B. Bäcker, Lehrer). Je höher das Risiko einer Berufsunfähigkeit, desto höher die Berufsgruppe und desto höher die zu zahlenden Beiträge. Das Risiko der Berufsunfähigkeit beurteilen jedoch die einzelnen Versicherer recht verschieden. Bei einigen Versicherung muss man Akademiker sein, um die Berufsgruppe 1 zu erhalten. Bei anderen Versicherung ist es wichtig, fast ausschließlich einer Bürotätigkeit nachzugehen. Ingenieure sind bei der einen Versicherung in der Berufsgruppe 1, bei anderen in der Berufsgruppe 2. Da die Beiträge je nach Berufsgruppe doch recht stark variieren, kann die Zuordnung zur Berufsgruppe bei vergleichbar guten Tarifen und guten Versicherern ausschlaggebend sein. Daher gilt – immer mehrere Angebote einholen! Fragen Sie den betreuenden Makler (denn eine BU-Versicherung sollte man immer nur mit ausreichender Beratung abschließen) bezüglich der Berufsgruppenzuordnung. Gehen Sie zu keinem Versicherungsvertreter, der nur auf eine einzige Versicherung zurückgreifen kann.

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